GEGENARGUMENTE ZU REINKARNATION

 

Rund 80% der westlichen Bevölkerung, d. h. Anhänger der modernen Wissenschaft oder einer der monotheistischen Religionen, aber auch generell Ungläubige halten die Vorstellung, es könne eine Wiedergeburt geben, für Unsinn und ignorieren in ihrem Vorurteil alle Hinweise auf eine gegenteilige Ansicht. Nur wenige Menschen sind trotz kritischer Haltung unvoreingenommen und suchen nach der besten Erklärung für paranormale Phänomene, die auf die Wiedergeburt hinweisen. Für jene seien die generellen Einwendungen und alternativen Erklärungen hier zusammengestellt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Paranormale Alternativerklärungen

 

3.1. Super-ASW oder Super-PSI, wenn Psychokinese eingeschlossen ist

These:
Lebenden Personen wird eine im Labor bisher nicht aufgetretene, extrem ausgeprägte PSI-Fähigkeit zuerkannt (Telepathie, Hellsehen, Präkognition, Retrokognition, Psyschokinese, jeweils auch in Kombination). Zusätzlich wird angenommen, dass sie sich unbewusst mit einer verstorbenen Person identifizieren und ihre angeblichen Erinnerungen dramatisieren.

Gegenargumente:

  • Die wundersamen kindlichen Spontanerinnerungen werden von Skeptikern, aber auch Parapsychologen häufig einseitig nur der Super-ASW zugerechnet, obwohl kein Wirkmechanismus bekannt ist, der diese Einseitigkeit rechtfertigen würde.

  • Wenn eine unbegrenzte Leistungsfähigkeit angenommen wird, ist die These in dieser Form niemals widerlegbar. Man kann nämlich mit immer komplizierteren Zusatzannahmen immer noch „eine Schippe drauflegen“. Eine prinzipiell unwiderlegbare Hypothese ist unwissenschaftlich.

  • Eine vernünftige Alternativerklärung wird daraus, wenn man akzeptiert, dass es eine Grenze der Leistungsfähigkeit von Super-PSI geben muss, weil mit steigender Leistung oder „Empfindlichkeit“ auch die Störanfälligkeit gegen immer mehr empfangbare Informationen steigen muss, bis Fehler (technisch: Übersprechen zwischen Kanälen) überhand nehmen. Solange die Grenze nicht bekannt ist, muss Super-PSI allerdings als eine von mehreren möglichen Erklärungen in Betracht genommen werden, auch wenn die These bisher nicht widerlegt werden kann. Die Grenze kann vermutlich erst dann bestimmt werden, wenn ein „Wirkmechanismus“ oder eine anerkannte Theorie über die Entstehung der Super-ASW bzw. von Super-PSI gefunden ist. Super-PSI kann dann als Erklärung ausgeschlossen werden, wenn Leistungen auftreten, die jenseits der Leistungsgrenze liegen. Bisher ist das nicht der Fall; d. h. wegen der Unklarheit über die Grenzen könnten alle Phänomene innerhalb der Grenzen liegen. Über einen Vergleich der Phänomene mit dem „Leistungskatalog“ von Super-PSI ist also keine Entscheidung für oder gegen Super-PSI als Erklärung möglich.

  • Dasselbe gilt allerdings auch für die Reinkarnationshypothese. Da auch hier kein „Wirkmechanismus“ bekannt ist, der die Leistungsgrenze kennzeichnen würde, kann sie trotz deftiger Indizien zu ihren Gunsten nicht als bewiesen gelten. Wir verstehen vor allem nicht, wie Information von der früheren Person zur heutigen übergehen kann.

  • Man kann aber auch danach fragen, ob es neben den genannten Grenzen der Leistungsfähigkeit nicht auch prinzipielle Grenzen der Super-ASW gibt, die schon heute erkennbar sind. Mit diesem Ziel seien hier Fragen zusammengestellt, die aufzeigen sollen, an welchen Stellen die Super-ASW als Erklärung für die Phänomene vom Prinzipiellen her möglicherweise überdehnt, im wörtlichen Sinn „fragwürdig“ wird. Jeder kann für sich selbst prüfen, durch welche Hypothese diese Fragen überzeugender beantwortet werden können:

  • Super-ASW hat ein prinzipielles Problem, überzeugende Antworten auf folgende Fragen zu geben:

    • Welchen unbekannten Verstorbenen unter Milliarden von Möglichkeiten wählt das Kind oder der Proband in einer Rückführung als „seine frühere Person“ aus?

    • Warum wird bei Spontanerinnerungen und in Rückführungen das Geschehen nicht aus der Position eines asw-begabten unbeteiligten Außenstehenden wahrgenommen, sondern subjektiv als eigenes, oft dramatisches Erleben? Was die betroffenen Kinder anbelangt, haben psychologische Untersuchungen gezeigt, dass es normalerweise keine Motive oder Gründe für eine solche Identifikation gibt. Warum sollte sie durch ASW entstehen?

    • Warum identifizieren sich die Kinder oder Rückgeführte ausgerechnet mit Verstorbenen?

    • Warum nehmen die Kinder oder Rückgeführte mit ihrer ASW nicht auch Kontakt zu noch lebenden Personen auf?

    • Warum erinnern sich Kinder nicht an mehr als eine Person? Wenn allgemeine ASW im Spiel ist, müsste man viel häufiger als bisher gefunden, über mehrere angebliche Inkarnationen berichtet bekommen.

    • Wie lässt sich mit ASW erklären, warum fast nur kleine Kinder solche Erinnerungen an ein früheres Leben spontan zeigen. Wenn ASW die Ursache darstellt, müssten sogar mehr Erwachsene als Kinder über frühere Leben erzählen, weil es mehr Erwachsene als Kinder gibt und Medialität eher von Erwachsenen, als von Kindern bekannt ist.

    • Wenn es Medialität der Kinder ist, welche zu den Fällen führt, warum endet diese Fähigkeit in der Regel im Alter von 6 bis 8 Jahren?

    • Warum liegt bei den Kinderfällen das erinnerte frühere Leben zeitlich so nah?

    • Warum erinnern sich Rückgeführte kaum an Personen, die zur gleichen Zeit lebten?

    • Warum werden überzufällig häufig schreckliche Leben bzw. unnatürliche Tode erinnert, obwohl das den Erfahrungsträgern nicht nahe gelegt wird, und für sie sicher nicht angenehm ist? Sind die Kinder mit Spontanerinnerungen bzw. Patienten von Reinkarnationstherapeuten alle Pessimisten oder Masochisten?

    • Warum werden schreckliche Leben bzw. unnatürliche Tode vor allem von Personen erinnert, die Gesundheitsprobleme haben und in Rückführungen Heilung suchen – von gesunden Rückgeführten jedoch nicht?

    • Warum zeigen die Kinder bzw. Rückführungsklienten nicht die Wunder, die mit PSI-Fähigkeiten Lebender in Verbindung gebracht werden (z. B. Makro-PK in Form fliegender Gegenstände oder anderem Spuk)?

    • Warum berichten Kinder mit Spontanerinnerungen oder Rückgeführte über ihre Zeit nach dem Tod von einer Jenseitswelt, statt nur über die hellsichtig wahrgenommenen Hinterbliebenen?

    • Warum sollten schon lange bestehende, dauerhafte Verhaltensweisen (Vorlieben, Interessen) der heutigen Person, die ausgerechnet mit solchen der früheren übereinstimmen, durch Super-ASW hervorgerufen werden?

    • Wie sollten dauerhafte Fähigkeiten und Fertigkeiten der heutigen Person, die mit solchen der früheren übereinstimmen, durch Super-ASW hervorgerufen werden? Nach gängigem Wissen erfordert der Erwerb solcher Fähigkeiten praktische Übung, welche die heutige Person allerdings nicht ausgeübt hat.

    • Wieso führen Veränderungen von Personen und Orten seit dem Tod der früheren Person zu Erkennungsschwierigkeiten seitens der heutigen Person? Wieso soll die ASW hier eingeschränkt sein?

    • Wenn sich in Hypnose gewonnene Erinnerungen von 2 einander fremder Klienten, die aus unterschiedlicher Perspektive berichten, gegenseitig bestätigen, wie schafft es die ASW, die beiden Geschichten zu koordinieren?

    • Wie können Heilerfolge durch Rückführungen als ASW erklärt werden? Heilungen werden nach schulmedizinischem Verständnis erzielt, indem der Klient ein Symboldrama aufführt, in das er seine Not „verpackt“ und abreagiert. Wie soll ASW in verifizierten Fällen die real gesehene Vergangenheit mit dem Bedürfnis des Patienten koordinieren?

    • Wie können Geburtsmale durch ASW erklärt werden, ohne eine extrem komplexe, mehrstufige Kette von paranormalen Leistungen zu unterstellen?

    • Wenn leicht zugängliche Quellen Aussagen der Kinder oder Rückführungsklienten als falsch darstellen, später aber „versteckte“ Quellen gefunden werden, welche die Aussagen als richtig bestätigen, wie gelingt es der ASW, die richtigen von den falschen Quellen zu unterscheiden? 

 

3.2. Kontakt mit den Seelen Verstorbener (Geisteranrufung)

These:

Kinder mit Spontanerinnerungen oder Rückgeführte verhalten sich wie spiritistische Medien und nehmen Kontakt zur Seele eines Verstorbenen auf und identifizieren sich mit ihm so, dass sie dessen Schicksal als das eigene empfinden. Der aktive, agierende Part liegt beim Kind bzw. beim Regressanten, während der Verstorbene passiv bleibt und nur reagiert, indem er seine Erinnerungen preisgibt.

 

Diese These beantwortet nicht folgende Fragen:

  • Welcher von Milliarden unbekannter Verstorbener wird ausgewählt?

  • Wie bzw. warum vermeidet das Kind Kontaktnahme mit mehreren Verstorbenen und der Rückgeführte solche zu überlappenden Lebenszeiten, wenn mehrfache FL erinnert werden?

  • Warum sollte der angerufene Jenseitige bei dem Verwechselungsspiel mitspielen und nicht darauf aufmerksam machen, dass er eine eigenständige Person ist?

  • Der Einfluss der Fremdseele muss dem Klienten bewusst sein, denn die Verbindung zum Jenseitigen entsteht auf seine eigene Initiative hin. Die behauptete Identifikation mit einer fremden Seele kann es daher nicht geben. Spiritistische Medien verwechseln die Jenseitigen, die sie anrufen, auch nicht mit ihrer eigenen Vergangenheit.

  • Wenn schon länger bestehende Verhaltensweisen (Vorlieben, Interessen) oder Begabungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der heutigen Person mit solchen der früheren übereinstimmen, kann das nicht von einem vorübergehenden Kontakt mit einem Verstorbenen herrühren.

  • Dies gilt auch für übereinstimmende Geburtsmale und körperliche Ähnlichkeiten von heutiger und früherer Person.

 

3.3. Besessenheit/Umsessenheit

These:

Die Seele eines Verstorbenen (oder ein Außerirdischer) gibt Erinnerungen an sein verflossenes, irdisches Leben dem Kind oder dem Hypnotisierten ein, und beeinflusst auf diese Weise deren Verhalten. Der aktive, agierende Part liegt hier beim Verstorbenen. Die Beeinflussung ist dann wirksam, wenn das Kind Erinnerungen an ein früheres Leben äußert oder besonderes Verhalten zeigt oder während einer Rückführung und Krankheitszeiten.

 

Diese These beantwortet nicht folgende Fragen:

  • Welcher von Milliarden Verstorbener ergreift die Initiative?

  • Was sollte die Seele eines Verstorbenen motivieren, sich in Rückführungen oder in die Seele eines kleinen Kindes einzumischen? Davon wird in Reinkarnationsfällen nirgends berichtet - allenfalls in den selten auftretenden Fällen von Besessenheit.

  • Wie kommt es, dass nicht eine Vielzahl von Geistern der Verstorbenen zur gleichen Zeit Einfluss nimmt?

  • Warum wird diese Beeinflussung dem Kind bzw. dem Rückgeführten nicht bewusst? Sie berichten nicht von Konflikten mit einer anderen Seele, sondern empfinden sich als ein- und dieselbe Person im heutigen und im früheren Leben.

  • Warum beobachtet man keinen Wechsel der Persönlichkeit mit dem Kommen und Gehen der beeinflussenden Seele?

  • Die Empfänglichkeit für einen Einfluss aus dem Jenseits stellt eine mediale Fähigkeit dar. Warum zeigt sich diese nicht auch in anderen Bereichen?

  • Warum endet diese Fähigkeit bei den Kindern mit dem Schuleintrittsalter?

  • Beobachten alle Seelen von Verstorbenen sämtliche Rückführungen auf dieser Welt, um in später verifizierten Fällen einen Patienten mit Problemen (und evtl. Träumen und Flashbacks) zu finden, die zur Geschichte des Verstorbenen passen?

  • Wenn Verstorbene als die Agierenden keine Rückführungen beobachten(, weil sie gar kein Motiv dazu haben,) wie kann es dann sein, dass in verifizierten Rückführungen meist zum Problem des Patienten passende Lebensläufe geschildert werden?

  • Wenn schon länger bestehende Verhaltensweisen (Vorlieben, Interessen) oder Begabungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der heutigen Person mit solchen der früheren übereinstimmen, kann das nicht auf die Beeinflussung durch einen Jenseitigen während der Rückführung zurückgehen.

  • Dies gilt auch für übereinstimmende Geburtsmale und körperliche Ähnlichkeiten von heutiger und früherer Peson.

 

3.4. Abfrage von Wissensfeldern (Akasha-Chronik)

These:

Die Rückgeführten beziehen ihre Erinnerungen per ASW aus einem unsichtbaren, immateriellen „Wissensfeld“, welches das „Wissen der Welt“ gespeichert hält. Das Wissensfeld bleibt passiv; es hat kein eigenes Bewusstsein.

 

Diese These beantwortet nicht folgende Fragen:

  • Welcher gespeicherte Lebenslauf von Milliarden Verstorbener wird von den Kindern bzw. von Klienten unter Hypnose abgerufen?

  • Wie bzw. warum vermeidet das Kind bzw. der Rückgeführte Kontaktnahme mit mehreren zeitlich überlappenden Lebensläufen?

  • Warum wird das Geschehen nicht aus der Position eines unbeteiligten Außenstehenden wahrgenommen, sondern subjektiv als eigenes oft dramatisches Erleben?

  • Wie kommen Klienten und Kinder darauf, von einer Zwischenlebenszeit zu berichten, wenn es Reinkarnation gar nicht gibt?

  • Wenn schon länger bestehende Verhaltensweisen (Vorlieben, Interessen) oder Begabungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der heutigen Person mit solchen der früheren übereinstimmen, kann das nicht auf die Abfrage von Wissensfeldern während der Rückführung zurückgehen.

  • Dies gilt auch für übereinstimmende Geburtsmale und körperliche Ähnlichkeiten von heutiger und früherer Person.

 

3.5. Nachtodliches nichtlokales Persönlichkeitsfeld (NNP)

These:

Mit dem Tod entsteht ein nichtlokales Persönlichkeitsfeld, das alle Erfahrungen und Eigenschaften jeder verstorbenen Person nicht-materiell und von überall her erreichbar speichert. Das Feld verhält sich passiv, es nimmt nichts aus der materiellen Welt wahr und erzeugt keine eigenen Gedanken oder Initiativen, so dass man nicht von einem überlebenden Bewusstsein oder einer Seele sprechen kann. Dieses Feld kann sich an Objekte, Örtlichkeiten oder Situationen, so auch an einen Rückgeführten oder ein Kind anheften, der, bzw. das damit das Wissen und die Eigenschaften der früheren Person empfängt und auslebt. Die These ähnelt der von Punkt 3.4. Daher wiederholen sich hier die Fragen.

 

Diese These beantwortet nicht folgende Fragen:

  • Welches NNP unter Milliarden Verstorbenen wird unter Hypnose oder von einem Kind abgerufen?

  • Wie bzw. warum vermeidet das Kind bzw. der Rückgeführte Kontaktnahme mit mehreren zeitlich überlappenden NNPs?

  • Warum wird das Geschehen nicht aus der Position eines unbeteiligten Außenstehenden wahrgenommen, sondern subjektiv als eigenes oft dramatisches Erleben?

  • Wie kommen Klienten und Kinder darauf, von einer Zwischenlebenszeit zu berichten, wenn es Reinkarnation gar nicht gibt?

  • Wenn schon länger bestehende Verhaltensweisen (Vorlieben, Interessen) oder Begabungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der heutigen Person mit solchen der früheren übereinstimmen, kann das nicht auf die Abfrage eines personenbezogenen Wissensfeldes während der Rückführung zurückgehen.

  • Dies gilt auch für übereinstimmende Geburtsmale und körperliche Ähnlichkeiten von heutiger und früherer Person.

 

3.6. Mütterliche Impressionen

These:
Es gibt Hinweise dafür, dass ein Schock, den eine Schwangere z. B. dann erleiden kann, wenn sie einen verletzten, verkrüppelten oder verstümmelten Menschen sieht, eine entsprechende Markierung oder einen Defekt an ihrem Fötus hervorrufen könnte.
Die These besagt, dass dieser Schock oder sogar nur das Wissen der Mutter um Verletzungen oder Körpermerkmale der früheren Person alle unerklärlichen Übereinstimmungen bei Geburtsmerkmalen in den Kinderfällen erklären kann. Zusätzlich soll die Mutter die Hauptmerkmale des Falls dem Embryo aufprägen.

Gegenargumente:

  • Mehrere der Reinkarnationsforscher berichten von Fällen, in denen die Mütter sicher keine Kenntnis von den Wunden der früheren Person hatten. Stevenson nennt 25 gelöste Fälle dieser Art. Diese Fälle können durch die These also nicht erklärt werden.

  • Eine Motivation der Mütter für deren (erfolgreiche) Versuche, dem Kind eine fremde Identität aufzuprägen, konnten nicht gefunden werden.

  • Die These erklärt nicht das Wissen der Kinder über Ereignisse, die der eigenen Familie nicht bekannt sind.

 

3.7. Kombinationshypothese

These:
Die bisher genannten Alternativerklärungen zusammengenommen reichen aus, um alle Fälle vom Reinkarnationstyp zu erklären; entweder indem sie in ein- und demselben Fall zugleich angewendet werden oder indem für jeden Fall eine andere der Varianten gilt.

 

Gegenargumente:

  • Schaltet man die Vorschläge aus, die nur wenige Fälle abdecken könnten und solche, die für Skeptiker und Materialisten ohnehin nicht in Frage kämen, bleiben folgende übrig:

  • Kryptomnesie, Paramnesie, Genetik, Phantasie und Super-ASW/Super-PSI.

  • Keine dieser Alternativen kann erklären, welche frühere Person betroffen ist.

  • Keine dieser Alternativen kann in den Kinderfällen erklären, warum nur eine frühere Person betroffen ist.

  • Für alle der verbliebenen Erklärungsalternativen gemeinsam gilt, dass sie Verhaltensmerkmale, Emotionen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, Wiedererkennungen und – bis auf Sonderfälle der Genetik – auch Geburtsmerkmale nicht befriedigend erklären können.

  • Keine Alternative kann erklären, warum die Kinder Personen und Orte schlechter erkennen, die sich nach dem Tod der früheren Person stark verändert haben.

 

3.8. Reinkarnationshypothese (enge Form ohne Karma)

These:
Die Behauptung der Kinder und Rückgeführten, sie seien wiedergeboren, wird ernst genommen, da dies alle beobachteten Phänomene der Fälle erklären kann. Sie entsprechen der Psychologie des normalen, heutigen Lebens und Erinnerns.

Gegenargumente:

  • Der Reinkarnationsgedanke ist in dem heute gültigen, wissenschaftlichen Weltbild nicht vorgesehen und es ist unklar, ob und wie er eingebunden werden könnte. Ein Wirkmechanismus ist unbekannt (Modus-Operandi-Problem).

  • Die heutigen monotheistischen Kirchen (christliche, islamische und jüdische Kirche, abgesehen von einzelnen Vertretern) lehnen den Gedanken an Wiedergeburt mehrheitlich ab.

  • Natürlich gibt es auch zur Reinkarnationshypothese (in ihrer engen Fassung ohne den Karmagedanken) Fragen, die schwer oder nicht zu beantworten sind. Ein Beispiel ist die häufig als erste gestellte Frage nach der Vereinbarkeit mit dem Bevölkerungswachstum in historischer Perspektive. Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Aber es sind mehrere kompatible Antworten vorstellbar. Man weiß nur nicht, welche davon zutrifft (Pool von Seelen, Erzeugung von Seelen, Leben auf anderen Planeten).

  • Mir ist keine Frage bekannt, welche die Reinkarnationshypothese „ad absurdum“ führen, also als unsinnig dastehen lassen würde. Auf die oben gestellten Fragen gibt es im Rahmen der Reinkarnationsvorstellung jeweils sinnvolle Antworten.

  • Man muss anerkennen, dass nicht alle Elemente der Fälle bisher gleich gut empirisch belegt werden konnten. Die Forschung steht hier am Anfang einer Entwicklung und wird völlig unzureichend unterstützt.

  • Man muss auch zugestehen, dass nicht alle Fragen zum Selbstverständnis des Menschen, die uns bewegen, beantwortet werden können: Wohin gehen wir zwischen den Leben? Warum haben nur so wenige Menschen Erinnerungen an ihre frühere Leben und warum, wenn überhaupt, nur für einige Jahre in ihrer Kindheit? Reinkarnieren wir alle? U. a. m. Allerdings behauptet die engere Reinkarnationshypothese auch nicht, darauf Antworten geben zu können

 

       Man sieht an dieser Aufstellung, dass alle Erklärungsalternativen im ursprünglichen Wortsinn „fragwürdig“ sind. Weil die Reinkarnationshypothese        im Vergleich weniger Fragen offen lässt und alle Merkmale der nachgeprüften Fälle lückenlos abdeckt, gebe ich ihr den Vorzug gegenüber anderen        Erklärungsversuchen – ohne dies für einen Beweis zu halten.